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POM, PA und HMPE: Welchen Kunststoff wählen Sie für Ihr Maschinenteil?

Veröffentlicht am 4 August 2026 Lesezeit : 4 Minuten

Bei Maschinenteilen ist Kunststoff oft eine sinnvolle Alternative zu Metall. Das Material ist leicht, gut zu bearbeiten und kann hervorragende Eigenschaften hinsichtlich Verschleißfestigkeit, Reibung und chemischer Beständigkeit bieten. Doch welcher Kunststoff eignet sich am besten für Ihre Anwendung?

POM, PA und HMPE gehören zu den am häufigsten verwendeten Kunststoffen im Maschinenbau. Auf den ersten Blick mögen sie ähnlich erscheinen, unterscheiden sich jedoch stark in ihren Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten. Die richtige Materialauswahl beginnt daher bei der Funktion des Bauteils.

Erst die Anwendung, dann das Material

Eine Führung, eine Lagerbuchse, ein Zahnrad oder eine Verschleißplatte muss oft spezifische Anforderungen erfüllen, beispielsweise hinsichtlich Belastung, Geschwindigkeit, Reibung, Feuchtigkeit, Temperatur oder Kontakt mit Chemikalien. Auch die gewünschten Abmessungen und Toleranzen spielen eine Rolle.

Bei Lakwijk betrachten wir daher nicht nur die Abmessungen eines Bauteils, sondern vor allem die Anwendung. Kommt das Bauteil mit Wasser in Berührung? Muss es verschleißfest sein? Ist eine genaue Maßhaltigkeit wichtig? Oder geht es vielmehr um geringe Reibung bei einem beweglichen Bauteil?

Auf dieser Grundlage empfehlen wir, welcher Kunststoff am besten geeignet ist.

POM: geeignet für präzise und formstabile Bauteile

POM, auch bekannt als Polyoxymethylen, ist ein häufig verwendeter technischer Kunststoff für Maschinenbauteile, bei denen Maßhaltigkeit wichtig ist. Das Material ist fest, steif und gut zerspanbar. Daher eignet sich POM sehr gut für Bauteile mit präziser Form oder Passung.

Beispiele hierfür sind:

  • Zahnräder
  • Lagerbuchsen
  • Rollen
  • Führungen
  • Präzisionsteile
  • Kleine mechanische Komponenten

POM verfügt zudem über gute Gleiteigenschaften. Das macht es zu einer naheliegenden Wahl für Teile, die sich relativ zueinander bewegen, wie beispielsweise Führungen oder Lagerbuchsen.

Sind die Maße wichtig und muss ein Teil präzise gefräst oder gedreht werden? Dann ist POM oft ein starker Kandidat.

PA: fest, zäh und verschleißfest

PA, auch bekannt als Polyamid, wird häufig eingesetzt, wenn ein Bauteil mechanisch stark beansprucht wird. Das Material ist fest, zäh und verschleißfest. PA ist stoßfest und widerstandsfähig gegen dynamische Belastungen, wodurch es sich für Bauteile eignet, die intensiv genutzt werden.

Häufige Anwendungsbereiche sind:

  • Verschleißteile
  • Führungen
  • Lagerteile
  • Zahnräder
  • Räder und Rollen
  • Konstruktive Maschinenbauteile

PA ist eine gute Wahl, wenn Festigkeit und Schlagzähigkeit wichtiger sind als eine sehr genaue Maßhaltigkeit. Das Material kann Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch sich die Eigenschaften und Abmessungen unter wechselnden Bedingungen verändern können. Bei Bauteilen mit sehr engen Toleranzen ist es daher wichtig, dies bei der Materialauswahl im Voraus zu berücksichtigen.

HMPE: ideal für Verschleißfestigkeit und geringe Reibung

HMPE ist ein hochmolekulares Polyethylen, das vor allem für seine Verschleißfestigkeit und geringe Reibung bekannt ist. Das Material wird häufig an Stellen eingesetzt, an denen sich Teile aneinander vorbeibewegen oder an denen ein ständiger Kontakt mit einer anderen Oberfläche besteht.

HMPE eignet sich unter anderem für:

  • Verschleißstreifen
  • Kettenführungen
  • Gleitbahnen
  • Transportführungen
  • Stoß- und Verschleißteile
  • Schützende Maschinenteile

Aufgrund der geringen Reibung gleitet Material leicht über HMPE. Dadurch eignet es sich besonders gut für Transport- und Führungssysteme. HMPE ist zudem schlagfest und hält intensiver Beanspruchung gut stand.

Während POM häufig für Präzisionsbauteile und PA für hochbelastbare Bauteile gewählt wird, liegt die Stärke von HMPE vor allem in den Bereichen Verschleißfestigkeit, Gleitverhalten und Schlagzähigkeit.

POM, PA oder HMPE: ein praktischer Vergleich

Werkstoff

Herausragende Eigenschaften

Häufige Anwendungsbereiche

POM

Formstabil, steif, gut bearbeitbar, geringe Reibung

Zahnräder, Lagerbuchsen, Präzisionsteile

PA

Fest, zäh, verschleißfest, schlagfest

Führungen, Rollen, hochbelastbare Teile

HMPE

Sehr verschleißfest, geringe Reibung, schlagfest

Verschleißstreifen, Kettenführungen, Transportteile

 

Welcher Kunststoff eignet sich für Ihr Bauteil?

In der Praxis lässt sich die Wahl oft gut zusammenfassen:

Wählen Sie POM, wenn Genauigkeit, Formbeständigkeit und gute Bearbeitbarkeit wichtig sind.

Entscheiden Sie sich für PA, wenn das Bauteil hohen Kräften, Stößen oder dynamischen Belastungen standhalten muss.

Entscheiden Sie sich für HMPE, wenn Verschleißfestigkeit und geringe Reibung im Vordergrund stehen, beispielsweise bei Transport- oder Führungssystemen.

Dennoch ist keine Anwendung völlig standardisiert. Auch Faktoren wie Temperatur, Feuchtigkeit, UV-Strahlung, Chemikalien, Lebensmittelsicherheit und die gewünschte Lebensdauer des Bauteils können die richtige Wahl beeinflussen.

Maßgeschneiderte Kunststoffe für den Maschinenbau

POM, PA und HMPE sind im Maschinenbau weit verbreitete Werkstoffe und werden häufig zu maßgefertigten Bauteilen verarbeitet. Je nach Anwendung können Kunststoffplatten oder Stangenmaterial nach Maß gesägt, gefräst oder gedreht werden.

Haben Sie bereits eine Konstruktionszeichnung oder ein 3D-Modell? Dann können wir gezielt mit Ihnen gemeinsam das richtige Material und die am besten geeignete Bearbeitung erarbeiten. Haben Sie vor allem eine funktionale Frage, beispielsweise zu einem Bauteil, das verschleißt, klemmt oder ausgetauscht werden muss? Auch in diesem Fall suchen wir gerne gemeinsam mit Ihnen nach einer passenden Kunststofflösung.

Möchten Sie wissen, welcher Kunststoff am besten zu Ihrem Maschinenbauteil passt? Wenden Sie sich an Lakwijk, um sich bezüglich Materialauswahl, Maßanfertigung und Bearbeitung beraten zu lassen.

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